Unser Geschichtsspaziergang in Weiher am 14.02.2026

Treffpunkt war am Weiherer Dorfplatz

Treffpunkt war am Weiherer Dorfplatz, eigentlich eine falsche Bezeichnung für den schön renovierten Platz neben dem Kriegerdenkmal. Traditionell nannten die Bürger diese Stelle „Herddndeich“, was so viel wie Hirtenteich bedeutet. Allerding existiert das Wort Teich gar nicht im Fränkischen. Mit „Deich“ war eine Senke gemeint, die nach starken Niederschlägen auch recht feucht sein konnte. Dieser Platz war der morgendliche Sammelpunkt für den Hirten und die Tiere. Er hütete die Rinder der Weiherer Bauern auf den Rainen, den Brach- und Allmendeflächen sowie im nahe gelegenen Reichswald. Ein Hirtenhaus wurde von allen Weiherer Bürgern gebaut und dem Hirten zur Verfügung gestellt. Dies war bis ca. 1910 der Fall. Das Glockenhaus war das ehemalige Hirtenhaus und wurde im 20. Jahrhundert auch als Gemeindehaus genutzt. Später wurde es an privat verkauft.  

Willi Schobert berichtete ausführlich über die politischen und kirchlichen Geschehnisse seit der Ortsgründung, die um 1100 geschätzt wird. 1439 ist allerdings die erste urkundliche Erwähnung. Ursprüngliche Lehensherren waren die Herren von Gründlach. Von diesen kam Weiher an deren Rechtsnachfolger, den Herren von Brauneck, von dort an die Burggrafen von Nürnberg. Die sechs ehemals burggräflichen Anwesen kamen später zum markgräflichen Klosteramt Frauenaurach und blieben bis zu deren Auflösung dort. Nach den Sebalder Waldbüchern wurden zwei Urhöfe im Laufe der Zeit in je zwei Halbhöfe geteilt. Jedoch hatten die zwei Halbhöfe nur ein Wohnhaus mit Stadel. Eine Vermehrung der Wohnstätten war verboten. Diese Halbhöfe waren im Besitz der Haller in Nürnberg. Lange Zeit veränderten sich die herrschaftlichen Verhältnisse nicht. Laut eines Vertrages zwischen dem Hochstift Bamberg und dem Markgrafen von Bayreuth vom Jahre 1524 lag die hohe und niedere Gerichtsbarkeit beim Oberamte Baiersdorf. Kirchlich gehörte Weiher seit der Reformation zur Pfarrei und Kirche Uttenreuth, der Zehnt des Dorfes war allerdings an das Klosteramt Neunkirchen zu bezahlen.

Franken kämpfte an der Seite Napoleons gegen die Preußen in den Koalitionskriegen. Nachdem sie verloren hatten, kamen die größten Teile Frankens zum Königreich Bayern, was am 12.07.1806 in der Rheinischen Bundesakte besiegelt wurde. Zu der Zeit versuchte man bereits, gute kommunale Strukturen zu schaffen. Das Hin und Her stabilisierte sich erst ab 1824; damals wurde Weiher selbständig und gehörte der königlichen Regierung des Rezatkreisen an, der Kammer des Inneren und dem Landgericht Erlangen. Die Gemeinde war 154 Jahre selbständig bis es 1978 bei der Gebietsreform der Gemeinde Uttenreuth angegliedert wurde.

Über die nähere Vergangenheit legte Claudia Munker die Ortsentwicklung im 19. Und 20. Jahrhunderts dar. Vor dem Jahr 1800 wurde der namensgebende Weiher, der am Rosenbach gelegen war, verfüllt und zur Wiese gemacht. Im Jahre 1811 gab es nach einer bayerischen Volkszählung 12 Wohnhäuser in Weiher. Sie wurden von 18 Familien mit 105 Personen bewohnt. Damals gab es im Dorf 1 Pferd, 33 Ochsen und 28 Kühe.

Im Jahr 1939 lebten in den 26 Hausnummern 128 Personen. Eine deutliche Steigerung der Einwohnerzahl fand erst nach 1945 statt. Die zugewiesenen Flüchtlinge und Heimatvertriebenen erhöhte die Personenanzahl auf 241. Die Personenzahl stieg im Jahre 1987 auf 865 mit 235 Häusern. Die Ortsentwicklung nach dem zweiten Weltkrieg vollzog sich in mehreren Phasen. Dabei wurden auch einige Straßen wie der Markomanniaweg neu geschaffen. Die zwei großen Baulandausweisungen betrafen einmal den Südteil der Flur (Bereich Hutäcker) bis zur Schwabach hin. Das letzte größere Bebauungsgebiet liegt nördlich der Staatsstraße bis zum Ruhsteinweg. Heute gibt es 835 Einwohner.

Abschließend besuchten wir den großen Garten mit der alten Hausnummer 20. Das Grundstück hatte Johann Merz im Jahre 1919 erworben um dort seine große Honigbienenzucht Raum und Nahrung zu geben. Er war Oberimker in der Landesversuchsanstalt für Bienen in Erlangen und produzierte natürlich auch selbst Honig. Später heiratete dann seine Tochter Anna den Stadtarchivar von Erlangen, Johannes Bischoff. Zusammen erbauten sie 1957 ein Haus, das heute noch auf diesem Grundstück steht. Herr und Frau Bischoff sind vielen Weiherer Bürgern noch bekannt, auch in der Erforschung unserer Heimat.